Ausgehen, Feste
und Leute in Baden

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Online-Dating im Aargau: meine Sicht mit über vierzig

Baden am Abend

Diese Seite stand ewig auf meiner Liste, und ich habe sie immer wieder verschoben. Online-Dating ist eines dieser Themen, bei denen jeder eine Meinung hat und niemand zugibt, wie viel Zeit er tatsächlich damit verbringt. Aber da es auf diesem Blog ja ums Leute treffen in Baden geht, wäre es unehrlich, so zu tun, als hätte ich es nie probiert. Ich habe. Mehrmals. Mit wechselndem Erfolg und einer gewissen Müdigkeit.

Was folgt, ist keine Rangliste und kein Test. Ich bewerte nichts mit Punkten oder Sternen. Ich erzähle nur, was ich gesehen habe, als Frau über vierzig, mit Kind, wohnhaft in Baden und nicht besonders geduldig.

Warum überhaupt online?

Weil die Region klein ist. Nach ein paar Jahren in Baden kennt man die meisten Leute in seinem Alter zumindest vom Sehen, und die interessanten sind oft vergeben. Online erreicht man Menschen aus Wettingen, Brugg, Lenzburg oder dem Limmattal, die man sonst nie getroffen hätte, weil sie andere Feste besuchen, in anderen Vereinen sind und an anderen Märkten einkaufen.

Und weil es ehrlich gesagt bequem ist. Nach einem langen Tag in der Buchhandlung und einem Abendessen mit einem Teenager, der nur in Einsilbern antwortet, habe ich nicht immer die Energie, mich in eine Bar zu stellen.

Die Plattformen, die ich kenne

Parship war mein erster Versuch. Zuerst beantwortest du gefühlt hundert Fragen über dich selbst, und die Plattform schlägt dann Leute vor, die angeblich zu einem passen. Die Männer dort waren im Schnitt ernster und älter als anderswo, viele mit Familie oder nach einer Scheidung, wie ich. Das hat mir gefallen. Weniger gefallen hat mir, dass vieles erst mit einem kostenpflichtigen Abo richtig funktioniert, und dass manche Gespräche sich anfühlten wie ein Vorstellungsgespräch mit Bildern.

ElitePartner funktioniert ähnlich, ebenfalls mit Fragebogen und Vorschlägen. Das Publikum wirkte auf mich etwas akademischer. Ich hatte dort ein sehr nettes Gespräch mit einem Gymnasiallehrer aus Aarau, das genau so lange gut lief, bis wir merkten, dass wir beide am liebsten über unsere Kinder reden. Das ist bei einem Date auf Dauer kein tragfähiges Konzept.

be2 habe ich nur kurz ausprobiert. Auch hier gibt es einen Persönlichkeitstest am Anfang. Mein Eindruck war, dass die Plattform in der Region weniger stark vertreten ist als die beiden anderen, aber das kann auch Zufall gewesen sein. Bei solchen Dingen sind persönliche Eindrücke ungefähr so zuverlässig wie Wettervorhersagen für übernächste Woche.

Und dann Tinder. Ich habe es installiert, um mitreden zu können, und nach einer Woche wieder gelöscht. Nicht weil alle schrecklich waren, sondern weil ich das ständige Wischen anstrengend fand. Mit Mitte zwanzig hätte ich das vielleicht lustig gefunden. Mit über vierzig habe ich festgestellt, dass ich lieber drei lange Nachrichten bekomme als dreissig kurze. Für jüngere Leute oder für jemanden, der unkomplizierter ist als ich, kann das ganz anders aussehen.

Was ich gelernt habe

Erstens: Lies das Kleingedruckte bei Abos. Bei den meisten Plattformen läuft ein kostenpflichtiges Abo automatisch weiter, wenn man es nicht rechtzeitig kündigt. Und das Profil zu löschen beendet das Abo nicht. Das muss man separat erledigen, sonst bezahlt man munter weiter für eine Mitgliedschaft, die man längst vergessen hat. Eine Freundin hat das auf die harte Tour gelernt und mir die Kontoauszüge gezeigt. Seitdem stelle ich mir eine Erinnerung im Kalender, sobald ich irgendwo ein Abo abschliesse.

Zweitens: Triff dich früh. Wochenlanges Schreiben baut ein Bild auf, dem kein echter Mensch gerecht werden kann. Nach ein paar Nachrichten lieber einen Kaffee vorschlagen. Für ein erstes Treffen in Baden habe ich ein paar Ideen auf der Seite über Baden zu zweit gesammelt. Mein Tipp: draussen, tagsüber, mit einem klaren Ende, zum Beispiel weil man danach noch zum Markt muss.

Drittens: Sei ehrlich mit deinem Alter und deinen Fotos. Klingt selbstverständlich, ist es offenbar nicht. Ich habe mehr als einmal jemanden getroffen, der offensichtlich zehn Jahre und zehn Kilo von seinem Profilbild entfernt war. Das ist nicht schlimm. Schlimm ist nur, dass man das Gespräch dann mit einer Lüge anfängt.

Mein Plan B heisst Fest

Ich will das Online-Dating nicht schlechtreden. Ein paar schöne Abende hatte ich dadurch, und eine Freundin von mir hat ihren Mann tatsächlich über eine dieser Plattformen gefunden. Aber für mich persönlich bleibt etwas anderes die zuverlässigere Methode: rausgehen. An ein Fest, in eine Festbeiz, an ein Konzert. Dort sieht man Menschen, wie sie wirklich sind, wie sie lachen, wie sie mit der Bedienung reden und ob sie die Musik mögen oder nur so tun.

Wenn mich ein Profil online nicht mehr überrascht, gehe ich an den nächsten Anlass auf meiner Liste der Feste in Baden. Und wenn auch dort nichts passiert, habe ich zumindest einen guten Abend gehabt. Das kann man von einem schlechten Date nicht immer behaupten. Wer neu in der Region ist und nicht weiss, wo anfangen, findet weitere Ideen auf der Seite übers Leute kennenlernen in Baden.

 

www.stadtfest-baden.ch · private Notizen von Corinne Stäubli, Region Baden