Es gibt diesen Moment nach einem Umzug oder einer Trennung, in dem man am Sonntagnachmittag auf dem Sofa sitzt, das Handy in der Hand hält und merkt, dass man niemanden anrufen möchte, weil man eigentlich niemanden hat, den man anrufen könnte. Ich hatte diesen Moment zweimal. Einmal kurz nach dem Umzug von Winterthur nach Baden, und einmal ein paar Jahre später, als meine Ehe zu Ende war und mit ihr der halbe Freundeskreis.
Beide Male hat mir dasselbe geholfen: regelmässig irgendwo hingehen, wo dieselben Leute auch regelmässig hingehen. Nicht einmal, sondern immer wieder. Freundschaft entsteht nicht beim ersten Treffen, sondern beim fünften, wenn man sich schon zunickt und irgendwann fragt, ob man nachher noch was trinken geht.
Hier meine Liste, sortiert ungefähr danach, wie schnell man ins Gespräch kommt. Ganz oben steht das, was bei mir am meisten bewirkt hat.

Was alle diese Orte gemeinsam haben: Man kommt wegen einer Sache und nicht wegen der Leute. Das nimmt den Druck raus. Niemand muss sich beweisen, niemand muss witzig sein. Man singt, läuft, hört zu oder sitzt im warmen Wasser, und die Gespräche ergeben sich irgendwann von allein. Bei mir hat es meistens drei oder vier Wochen gedauert, bis aus dem Zunicken ein richtiges Gespräch wurde. Danach ging es dann oft erstaunlich schnell.
Ich will ehrlich sein: Die Liste oben ist keine Partnerbörse. Aber sie ist der Ort, an dem in meinem Bekanntenkreis die meisten Paare entstanden sind. Nicht weil alle auf der Suche waren, sondern weil man sich dort ohne Druck kennenlernt. Man sieht jemanden beim Singen, beim Laufen oder beim Fluchen über ein Schneidebrett im Kochkurs, und weiss danach mehr über ihn als nach drei Dates.
Für den ersten Abend zu zweit, falls es mal so weit ist, habe ich ein paar Vorschläge auf meiner Seite über Baden zu zweit gesammelt. Und wer es parallel online probieren will, findet meine Erfahrungen auf der Seite über Online-Dating im Aargau. Ich habe nichts dagegen, im Gegenteil. Ich glaube nur nicht, dass es das eine ersetzt.
Erstens: Geh mindestens dreimal hin, bevor du entscheidest, ob etwas für dich passt. Beim ersten Mal ist man immer der Neue, und das fühlt sich bei allem komisch an.
Zweitens: Sag ja, wenn jemand nach dem Training oder der Probe noch etwas trinken gehen will. Auch wenn du müde bist. Auch wenn morgen früh der Wecker klingelt. Das Gespräch danach ist oft der eigentliche Grund, warum man überhaupt hingegangen ist.
Drittens: Erwarte nicht zu viel von einzelnen Abenden. Manche bringen nichts, andere bringen eine Freundschaft fürs Leben. Man weiss es vorher nie, und das ist eigentlich das schöne daran.
www.stadtfest-baden.ch · private Notizen von Corinne Stäubli, Region Baden