An meinem Kühlschrank hängt seit Jahren ein Zettel mit den Festen, die ich auf keinen Fall verpassen will. Er ist voller Kaffeeflecken und durchgestrichener Daten, aber er erfüllt seinen Zweck. Hier ist die aufgeräumte Version davon, ergänzt um ein paar Anlässe, die ich eher aus Pflichtgefühl besuche.
Ein Hinweis vorweg: Die Daten unten sind ungefähre Zeiträume, keine Garantie. Festivals verschieben sich, setzen ein Jahr aus oder ändern das Konzept. Schau vor dem Planen immer auf die Seite des Veranstalters.
| Anlass | Wann ungefähr | Für wen |
|---|---|---|
| Badener Fasnacht | vom Schmutzigen Donnerstag bis Aschermittwoch, also Februar oder März | Familien, Guggen-Fans, alle mit Lärmtoleranz |
| Badener Limmat-Lauf | Frühling, meist Ende März oder Anfang April | Läuferinnen, Zuschauer mit Glocke |
| Bluesfestival Baden | Ende Mai, rund eine Woche | Musikfans, gern auch ältere Semester wie ich |
| Figura Theaterfestival | alle zwei Jahre im Juni | Theaterneugierige, Kinder, Leute mit Sinn für Schräges |
| Bundesfeier | 1. August | Nachbarschaft, Familien |
| Fantoche | Anfang September, knapp eine Woche | Filmfans, Studierende, Nachtschwärmer |
| Badener Liechterwecke | im November, an einem Abend | Kinder und alle, die Glühwein mögen |
| Weihnachtsmarkt auf dem Theaterplatz | etwa ab Ende Oktober bis kurz vor Weihnachten | alle, die im Dezember nicht zuhause sitzen wollen |
| Badenfahrt | etwa alle zehn Jahre, im August | wirklich alle |
Die Badener Fasnacht ist nicht Basel, und das ist gut so. Sie ist kleiner, chaotischer, und die Guggenmusiken spielen so laut durch die Weite Gasse, dass die Schaufenster zittern. Ich war am Anfang skeptisch, weil ich aus Winterthur eher die zurückhaltende Variante kannte. Dann hat mir eine Frau mit Fuchsmaske im ersten Jahr einen Becher Glühwein in die Hand gedrückt und gesagt, ich solle nicht so schauen. Seither schaue ich nicht mehr so.

Ende Mai verwandelt das Bluesfestival Baden die Altstadt in eine einzige Bühne. Das Zentrum liegt auf dem Theaterplatz, und das Schöne daran: Nachmittags gibt es Konzerte gegen Kollekte, also kann man auch ohne Ticket reinhören. Abends wird es dann kostenpflichtig, und die Plätze in den Sälen sind schnell weg. Ich gehe meistens an einem Nachmittag mit einer Freundin, und am Abend entscheiden wir spontan, ob wir uns ein Konzert gönnen. Bis jetzt haben wir es jedes mal getan.
Das Figura Theaterfestival findet alle zwei Jahre statt, meist im Juni, und bespielt Baden, Wettingen und Aarau. Es geht um Figurentheater im weitesten Sinn, also um Puppen, Objekte, Bilder und Dinge, die man nicht so leicht in eine Schublade steckt. Gespielt wird auf richtigen Bühnen, aber auch auf der Strasse, in einer Jurte oder in einem Wohnwagen. Mein Sohn hat mit acht Jahren dort zum ersten mal Theater gesehen, das ihn nicht gelangweilt hat. Das allein war das Ticket wert.
Anfang September kommt Fantoche, das internationale Festival für Animationsfilm. Ich hätte nie gedacht, dass ich mir freiwillig um elf Uhr nachts einen Block mit experimentellen Kurzfilmen aus Estland anschaue. Doch genau das passiert jedes Jahr. Das Publikum ist jung, gemischt und gesprächig, und zwischen den Vorstellungen kommt man leicht ins Gespräch, weil alle gerade dasselbe merkwürdige Ding gesehen haben.
Am 1. August lädt die Stadt zur Bundesfeier, zuletzt in der Cordulapassage, mit Reden, Musik und Ständen von lokalen Vereinen. Ein Feuerwerk gab es da nicht, was meine Katze sehr begrüsst hätte, wenn ich eine hätte. Im November gibt es die Badener Liechterwecke: Kinder ziehen mit Glocken durch die Altstadt und wecken symbolisch die Weihnachtsbeleuchtung. Klingt kitschig, ist es auch, und trotzdem bekomme ich jedes Jahr feuchte Augen.
Danach beginnt die Weihnachtsmarktzeit. Auf dem Theaterplatz steht jeweils ein Markt mit Ständen, Strohballen und Glühwein, der für mich vor allem ein Treffpunkt ist. Man verabredet sich dort nicht, man trifft sich einfach.
Und dann gibt es noch den Wochenmarkt am Samstagmorgen auf dem Schlossbergplatz und in der Weiten Gasse. Kein Fest, klar. Aber wer neu ist, sollte dort hin. Ich habe dort mehr Nachbarn kennengelernt als an jedem Apéro.
Die Badenfahrt ist eine Klasse für sich und bekommt deshalb ihre eigene Seite. Wer wissen will, wie das ist, wenn eine ganze Stadt zehn Tage lang zur Festbeiz wird, liest meinen Rückblick auf die Badenfahrt. Und wer bei einem Fest nicht nur zuschauen, sondern mitmachen will, findet ein paar Tipps auf meiner Seite übers Mithelfen in einer Festbeiz.
Ach, und noch etwas Praktisches: Wer von auswärts kommt und nach einem Fest nicht im Bahnhof übernachten will, schaut sich vorher meine Notizen zur Anreise und zum Heimweg an.
www.stadtfest-baden.ch · private Notizen von Corinne Stäubli, Region Baden